Das gemeinsame Grundprinzip des Hinduismus und des Buddhismus Hinduismus (2000 v.Chr.) und Buddhismus (500 v.Chr.) sind die am weitesten verbreiteten asiatischen Religionen und beeinflußten auch die Entwicklung der Kampfkünste.

Da der Buddhismus aus dem Hinduismus hervorging, haben beide dasselbe Grundprinzip:
Das menschliche Schicksal ist durch das Karma (Ursache- Folge- Prinzip) bestimmt, d.h. der Wert der Handlungen in dem gegenwärtigen Leben ziehen eine gute oder schlechte Wiedergeburt im nächsten Leben nach sich. Ziel der Religionen ist die Erlösung von den Verlockungen und Leidenschaften der Welt durch Geistestraining (z.B.Meditation) und dadurch Ausbruch aus dem ewigen Kreis der Wiedergeburten.

Yoga

 

Zu diesem Zweck wurde im Hinduismus schon früh Yoga ("Weg der Erkenntnis") entwickelt, welches den Menschen über einen achtstufigen Weg zur Erlösung führen soll. Besonders die Ãœbungen zur Beherrschung der Atmung wurden in die Kampfkünste Übernommen.

Taoismus seit ca.1. Jahrtausend. v.Chr.

 

Verschiedene Theorien die die Geschichte der Kampfkünste entscheidend prägten, haben ihren Ursprung im Taoimus:

Bedeutung des Yin - Yang

 

Yin und Yang sind kosmische Elemente, aus denen alles besteht.

 

Sie bilden immer Gegensätze z.B.:

 

  • Weichheit - Härte
  • Links - Rechts
  • Schatten - Licht
  • Kälte - Wärme
  • Böses - Gutes
  • Weiblich - Männlich
  • Angriff - Verteidigung

Das Universum und alle Dinge existieren durch die ständigen Übergänge zwischen Yin und Yang.
Nichts besteht nur aus Yin oder Yang, alles enthält sein Gegenteil und stehts überwiegt Yin oder Yang.

 

Bedeutung des Chi

 

Chi / Qi ist die Lebensenergie und das Grundmaterial alles Bestehenden.

Die materiellen Dinge und der menschliche Geist sind nur verschiedene Formen des Chi. Das Chi im Körper muß richtig zirkulieren, dann stellt sich der Zustand natürlicher Entspannung und Wohlbefinden ein. Ist der Mensch durch Krankheit oder Angst beeinflußt, ist das Chi / Qi getrübt oder auch teilweise blockiert. Auch kann der Fluß des Chi / Qi unterbrochen werden (z.B. durch Gewalteinwirkung von außen).

Durch Qi Gong, Akupressur und -punktur ist es möglich, den natürlichen Chi-Strom bzw Kreislauf wieder herzustellen. Mit Hilfe von Atemübungen, Meditation, Qi Gong und Gong Fu etc. kann man lernen, den Chi - Strom zu lenken und zu nutzen (z.B. in den Inneren Richtungen der Kampfkünste).

Eine wichtige Rolle spielt das Dan - Tien (der Schwerpunkt des Körpers, ca. 2 cm unterhalb des Bauchnabel zwischen den Nieren). Dieser Punkt ist das Zentrum des Chi´s im Menschen, dort sammelt es sich und von dort aus strömt es in alle Teile des Körpers.

Theorie der fünf Urelemente

 

 Durch die ständige Wechselwirkung von Yin und Yang ergeben sich die fünf (symbolischen, imaginären) Basiselemente:

 

 Holz
 Feuer  
 Metall  
 Wasser  
 Erde

 

Die sich in dieser Reihenfolge gegenseitig hervorbringen bzw. vernichten.

Man kann alle Dinge (Körperorgane, Gefühle, Lebensphasen - und Kampftechniken) ihrem Urelement zuordnen und so ihre Wechselwirkungen ergründen. Ziel der Daoisten ist es, den natürlichen Weg (Tao), also die Reihenfolge der Umwandlungen in allen Bereichen der Natur und des Menschen zu erkennen, zu lenken und so eins mit der Natur zu werden.

Um dies zu erreichen, verlangen die taoistischen Philosophen (z.B. Lao Tse) ein Zurückziehen von der Gesellschaft. Es wurden verschiedene geistige Konzentrations - und Meditationstechniken in Verbindung mit Atemübungen entwickelt, um das Chi zirkulieren zu lassen. So entstanden z.B. auch die Gymnastikübungen der fünf wilden Tiere des Arztes Hua To zur Förderung der Gesundheit (2. Jhd v. Chr.).

Konfuzianismus

 

Die Lehre des Philosophen Konfuzius (6./5.Jhd.v.Chr) zielte auf die Wiederherstellung der sozialen Ordnung im Lande.
Er stellte ethnische Normen für den Menschen auf (die fünf Tugenden: Menschenliebe, Schuldgefühl, Anstand, Vernunft, Wahrhaftigkeit) und regelte dessen Pflichten in den Verhältnissen Herrschender - Untergebener, Eltern - Kinder, Mann - Frau, Lehrer - Schüler, Alte - Junge so, daß letztere den erstgenannten jeweils Ehrerbietung und Gehorsam schulden.
Auch forderte er die Hochachtung vor Überliefertem und die Fortsetzung von Traditionen.
Sowohl in den Klostern, als auch in den familiären Gong Fu bzw. Kung Fu Schulen wurde das Verhältnis der Schüler zum Meister durch den Konfuzianismus bestimmt.
So bedeutet z.B. "Sifu" Lehrer, väterlicher Freund, da der Schüler meist jahrelang mit diesem zusammenlebte und von ihm erzogen wurden.

 

 Chan-Buddhismus (jap. Zen - Buddhismus, ca 530 n.Chr.)

Dieser wurde von Bodhidharma (chin. Puti Tamo; jap. Bodai Daruma) nach China gebracht. Der indische Mönch wollte den Buddhismus im ganzen Land verbreiten. Er mußte aber feststellen, das es schon tausende buddhistische Klöster gab, die sich aber mit Prunk und leeren Riten umgaben, womit Bodhidharma nicht einverstanden war. Er zog sich enttäuscht ins Shaolin zurück und gab dort seine neue Lehre weiter.
Der Chan - Anhänger muß sich dazu erziehen, unmittelbar in sich hineinzusehen und die ureigene Natur der Wirklichkeit zu entdecken. Die Lehre hat eine gewisse Ähnlichkeit zum Taoismus.
So sind auch im Chan-Buddhismus Meditation, geistige Konzentration und Atemkontrolle unerläßlich. Dadurch soll der Geist von allen störenden Gedanken befreit und geleert, so daß der Ausübende einen völlig neuen Blick für die Realität auf einem höherem Niveau bekommt. Dieser durch Sorgen, Ängste etc. ungetrübte "Blick" soll zum bewußten Erleben jedes Augenblickes führen (keine "Erlösung" im Sinne des Buddhismus, da Chan keine Religion, sondern eher ein Lebenssystem ist).

Einerseits galten auch die Kampfkünste als Mittel zur Reinigung des Geistes.
Andererseits ist ein leerer Geist im Kampf sehr nützlich, da der Kämpfer natürlich, ohne zeitverzögerndes Nachdenken oder lähmende Gefühle auf einen Angriff reagieren kann. Daher verbanden sich Kampfkünste und Chan-Buddhismus bald zu einer untrennbaren Einheit.

Unsere Kampfkunst Veng Tsun Gong Fu bezieht sich auf den Chan- Buddhismus und gibt diesen auch seinen Schülern weiter.
Teile wie Yin & Yang und die Lehren der Fünf Elemente wurden aus der taoistischen Philosophie in unsere Kampfkunst Veng Tsun Gong Fu mit übernommen.