Das Veng Tsun Gong Fu ist eine alte, chinesische Kampf- und Heilkunst. In ihr ist das Wissen des berühmten Shaolin (Siu Lam) Klosters konzentriert. Veng Tsun Gong Fu vereint in einzigartiger Weise effektive Kampfkunst mit der traditionellen chinesischen Medizin.

  

Bodhidharma

Gong Fu bzw. Kung Fu und ihre Entstehung und Bedeutung

Gong Fu ist die Pinyin-Umschrift in China, was als Sammelbegriff für Kampfkünste stehen soll. Im Westen ist Gong Fu eher als Kung Fu bekannt.
Der Begriff Gong (Kung) steht für ENERGIE, und Fu für ZEIT, ARBEIT.
Man könnte auch sagen eine Art zeitaufwendiger, intensiver, und anstrengender Arbeit. Es dient auch nicht nur zu kämpferischen und Selbstverteidigungszwecken, sondern für eine Weiterentwicklung auch auf physischer und psychischer Ebene.

Gong Fu im Shaolinkloster

Gerade Gong Fu welches aus dem Shaolinkloster entstanden ist, steht nicht im Widerspruch zur Ablehnung von Gewalt gegenüber anderen, obwohl kämpferische Fähigkeiten erlernt werden.
Diese Kunst sollte eher für die Gesundheit mit dem Einklang des natürlichen und geistigen dienen. Nur wenn eine Verteidigungssituation unumgänglich ist, wurde und wird die Kampfkunst mit der dementsprechenden Verhältnismäßigkeit ausgeführt.

 

 

Oft wird behauptet, dass die Wiege der Kampfkünste im Shaolinkloster (China) zu finden ist.
Diese Theorie ist noch nicht bewiesen worden, da die Krieger und Kampfkünste etwa zeitgleich auch in Indien zu finden sind. Tatsache ist jedoch, dass beide Länder regen Handel miteinander betrieben haben und möglicherweise auch, einen Austausch um das Wissen der Kampfkünste. Sicher ist aber die Berühmtheit der Kampfkünste aus dem Shaolinkloster.

Verbindung Kampf mit innerer Entwicklung des Qi's, über Einbindung von Qi-Gong Übungen

Nach Überlieferungen, ist der berühmte Taoist GE HONG (284 - 364 n.Chr.) der erste Kampfkünstler gewesen, der Qi Gong Atem-Übungen in die chinesischen Kampfkünste integrierte.

Der indische Mönch Ta Mo (Bodhidharma) entwickelte etwa zeitgleich eine Übungsfolge, die als Grundlage des legendären Shaolin Gong Fu gilt.

Der Legende nach, entwickelten die Mönche diese Übungen weiter und so entstanden immer mehr Übungen zur körperlichen Ertüchtigung und der Gesundhaltung von Körper und Geist.
Bei der Verbreitung des Chan-Buddhismus machten die Shaolin- Mönche, verbunden mit den Wanderungen durch das Land, zahlreiche Beobachtungen. Die Eigenschaften und Bewegungsmuster, von Angriff und Verteidigung in der Tierwelt, entwickelten sie schliesslich in die verschiedensten Kampftechniken, projektierbar auf die Anatomie des menschlichen Körpers.
Im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte entwickelten sich innerhalb des legendären Nord und Süd-Shaolin-Klosters, stets in Verbindung mit dem Buddhismus, zahlreiche Stil-Variationen der verschiedensten Kampftechniken.

 

 

Der berühmte Abt Gee Sim Sum Si

 

 Im Verlauf der Jahre verließen viele Shaolin- Mönche das Kloster und bezeichneten sich dann selbst als "Meister des Shaolin- Gong Fu's", ohne die Ausbildung vollkommen beendet zu haben.
Aus diesen Gründen haben die Mönche im Kollektiv beschlossen, die Aufnahmekriterien und Ausbildung zu erschweren. Auch diese Aufgabe wurde dem Abt Gee Sim Sum Si auferlegt, der später als bester Kämpfer und großer Meister der Shaolin-Kampfkunst galt.
Er widmete sein ganzes Leben den Kampfkünsten und bildete viele berühmte Meister und Helden, wie Hung Gee Gung, Fong Sai Yu, Hu Hui Qian, San- De Monk, Tong Qian Jin, Xie Ah Fu und Luk Ah Choy, aus. Einer Legende nach wurden, um die Ausbildung der Kampfkünste zu verbessern, die 36 Kammern der Shaolin gebaut, in denen die Schüler die Perfektionierung des Kampfes Schritt für Schritt erlernten.
Hier wurden 36 unterschiedliche Fähigkeiten von waffenlosen Techniken, Prinzipien, Waffentechniken mit Prinzipien, physische und psychische Konzepte trainiert und geübt.
Nur, wer alle Kammern durchlaufen hatte (Dauer ca. 8 Jahre) durfte das Kloster als Meister verlassen.
Verantwortlich für die 36 Kammern war der Mönch Xing Yin
(bekannt auch als Qingcao = der grüne Gras Mönch).

Der Abt Gee Sim Sum Si soll angeblich den Gang des hölzernen Mannes (heutige Holzpuppe) ausgedacht haben. Tatsache ist jedoch, das einige Stile, die aus dieser Shaolin-Tradition entstammten, Techniken und Prinzipien dieser Art auch heute noch anwenden wie z.B. die 108 Bewegungen an der Holzpuppe.

 

Legenden über die Zerstörung des Süd-Shaolinkloster

 

 In einer weiteren Legende wird die Zerstörung, des Süd-Shaolin Kloster's im 32. Regierungsjahr von Kaiser Qiang Long (ca 1768) durch Ching-Soldaten als Folge eines Konflikts zwischen Shaolin und Wudang, berichtet.

Im Wudang- Gebirge entstand etwa zeitgleich mit dem Shaolin-Kloster (Chan-Buddhismus) ein Taoistisches Kloster (dort wurde das berühmte Wudang-Boxen entwickelt und verfeinert), welches der Shaolin-Kampfkunst ebenbürtig war. Es wird sogar behauptet, dass das Taoistische Kloster, die Wiege der "inneren Kampfküste" ist. Einer anderen Legende nach, soll das Südshaolinklosten als Zufluchtsort der Ming-Anhänger gedient haben und deshalb, durch die Truppen des Kaisers Hong Hei und durch den Verrat des ehemaligen Shaolin-Schülers Ma Ling Yee, bis auf die Grundmauern niedergebrannt worden zu sein.
Auch hier konnten nur wenige Mönche (darunter der Abt der Klosters Gee Sim Sum Si) der Zerstörung entkommen.

 
 

Shaolin-Kloster im Norden und Süden Chinas

Im Norden Chinas gibt es das Kloster in der Provinz Henan (welches den meisten aus zahllosen Berichten, Filmen und Dokumentationen bekannt ist). Und das im Süden Chinas in der Provinz Fukien (welches lange zerstört war und mittlerweile wieder aufgebaut wurde) und noch einige andere, über die noch keine weiteren Informationen vorliegen.

Wenn man den Namen Shaolin zerlegt, so steht für Shao = kleiner, und für Lin = Wald.

Gong Fu früher und heute

Einige Jahre lang genossen die Geheimbündnisse im republikanischen China rechtliche Anerkennung.
Diese Regierung konnte es sich nicht leisten, außerhalb ihrer Kontrolle schlagkräftige Kampfkunstschulen zu dulden und so wurden sie geächtet. Schon das praktizieren einer Kampfkunst, war in China lange Zeit verboten. Gong Fu Meister wurden verfolgt, lebenslänglich eingesperrt und sogar ermordet.
Trotz des Verbotes und die daraus entstehende Konsequenz, wurde Gong Fu doch weiterhin im verborgenen geübt. Viele Gong Fu Meister flohen auch ins nahegelegene Hong Kong, Singapur, Taiwan oder in das ferne Amerika, um ihre Kampfkunst weiter geben zu können.

Kampfkunst und Kampfsport bzw. Wettkampfstile

 

Somit begann eigentlich die Geburtsstunde ostasiatischer Kampfkünste in der westlichen Welt. In China hatte die damals regierende Partei mit der Zeit begriffen, dass es unmöglich war, das ausüben von Gong Fu zu unterbinden.
Aus diesem Grund wurde unter der Führung MAO's, das uns heute bekannte WUSHU, aus den Kampfkünsten geformt. Es wurden einfach die kämpferischen Techniken entfernt und gegen gymnastische Aspekte ersetzt.
Mit diesem Konzept hatte die damalige Regierung Erfolg. Bis zum heutigen Tage, haben die meisten Kampfkünste aus China die Beziehung zu ihrem Ursprung und philosophischen Hintergrund verloren und werden dadurch als Wettkampfstile unterrichtet. So werden die Lehrer heutzutage nicht mehr Meister, sondern als Trainer bezeichnet.